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Winkelmann nimmt seit 50 Jahren Sportabzeichen ab

Sportabzeichen-Prüfer trafen sich mit dem ehemaligen Bundesbeauftragten für das Deutsche Sportabzeichen im Forsthaus Dobrock

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Vor der Sportabzeichensaison 2015 trafen sich die Organisatoren aus den Vereinen des Altkreises Hadeln in bewährter Manier im Forsthaus Dobrock, um auf das vergangener Jahr zurückzublicken und aktuelle Probleme und neue Bestimmungen zu diskutieren. Der Grandseigneur der Sportabzeichenbewegung in Hadeln, Horst Knoll, führte in seiner ganz eigenen humorvollen Art durch die Veranstaltung der „Sportabzeichenfamilie". Als Gäste hatte er sich den langjährigen Beauftragten für das Deutsche Sportabzeichen, Klaus Witte, und die Kreissportbund-Beauftragte Elke Bonczyk aus Geestland eingeladen, die kompetent Aussagen zur Gegenwart und Zukunft des Sportabzeichens machten.

Begrüßung
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In der gemütlichen Atmosphäre des Forsthauses bei Kaffee und Kuchen begrüßte zunächst Bürgermeister Schlobohm die Gäste in der „schönsten Gemeinde" des Cuxlandes. Dabei ließ er es sich nicht nehmen, die Werbetrommel für die Wingst zu rühren. Er bezeichnete die gegenwärtigen Anstrengungen der Gemeinde als letzte Chance für den Tourismus in der Wingst und verwies auf die neue „Location" Olymp als Leuchtturmprojekt und die Leitbildfindung, weitere Maßnahmen würden folgen. Nur gemeinschaftlich lassen sich diese Ziele realisieren. Er betonte dabei auch den Stellenwert des Ehrenamtes, das er selbst auch in vielen Funktionen seit der Begegnung mit Horst Knoll in der Schule einnimmt. Horst Knoll stellte auch für 2014 einen Rückgang der Teilnehmer fest, rühmliche Ausnahmen sind allerdings Cadenberge und Neuenkirchen. Beste Ergebnisse erreichten Eckhard Behnemann (TSV Lamstedt) mit 156 und Carmen Sodtke (Germania Cadenberge) mit 130 Sportabzeichen. Feste Abnahmezeiten und ein gutes Verhältnis zu den Schulen sind eine Voraussetzung für eine Trendwende.

Referat Klaus Witte


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Den inhaltlichen Schwerpunkt übernahm dann der Scheeßeler Klaus Witte, früherer Bundesbeauftragter für das Deutsche Sportabzeichen des Deutschen Sportbundes und Ehrenmitglied des LSB Niedersachsen. Er gratulierte zunächst allen, die 2014 das Sportabzeichen – oft schon sehr oft – abgelegt hatten und damit zu einer gewissen Elite gehören. Dann ging er auf die Reformen des deutschen Fitnessordens seit 2013 ein. Das Ergebnis fand nicht nur einhellige Zustimmung, denn die Veränderungen waren gravierend: Verleihungssystem, Reduzierung des Leistungskatalogs auf die vier motorischen Grundfertigkeiten, Konzentration auf die Sportarten Leichtathletik, Turnen und Radfahren und Wegfall verschiedener Ausgleichsdisziplinen. Die Kritik der Praktiker wurde aufgenommen und Witte sieht damit das Deutsche Sportabzeichen auf einem guten Wege.

Das Sportabzeichen(DSA) hat sich als Aushängeschild des Breitensports seit über 100 Jahren behauptet uns ist weltweit das einzige staatlich anerkannte Ehrenzeichen des Breitensports mit Ordenscharakter. Es hat sich den Ruf der Unbestechlichkeit, der Attraktivität und der Seriosität erworben und hat mit 72 % einen hohen Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung. Um die 900.000 Bewerber/innen legen pro Jahr erfolgreich die Prüfungen ab. Die internationale Bedeutung bestätigt sich jährlich mit über 12.000 Verleihungen in über 30 Ländern der Welt. Insgesamt wurden bis heute über 35 Millionen Sportabzeichen verliehen. Das Sportabzeichen ist ein Angebot an jeden, die eigene körperliche Leistungsfähigkeit regelmäßig zu messen, zu steigern und altersgemäß dauerhaft auf hohem Niveau zu halten.

Das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung steigt ständig und Fitness boomt, regelmäßige körperliche Bewegung tut richtig gut. Dennoch durchkreuzt der „innere Schweinehund" immer wieder die guten Vorsätze. Witte verwies mit Beispielen auch auf die positiven Auswirkungen regelmäßiger sportlicher Aktivität auf die körperliche und seelische Gesundheit. Kein Medikament und keine andere Maßnahme haben vergleichbare positive Auswirkungen auf die Gesundheit wie regelmäßiges und maßvolles körperliches Training. 44% der Männer und 50% der Frauen in Deutschland betreiben allerdings gar keinen Sport und vom Lebensstil bedingte Krankheiten haben schon seit langem eine Anteil von 60% der jährlichen Gesundheitskosten. Das Sportabzeichen ist tatsächlich mehr ist als das Ablegen von vier oder fünf Bedingungen aus der Leistungstabelle, sondern präventive Gesundheitspolitik. Abschließend dankte Witte den Anwesenden für ihr Engagement für das Deutsche Sportabzeichen, dem Spitzenprodukt des Breitensports.

Ehrungen

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Für ihre langjährige Prüfertätigkeit erhielten einige Anwesende eine Ehrenurkunde:

Wolfgang Winkelmann vom SC Hemmoor übt das Amt bereits seit 50 Jahren aus und wurde von Klaus Witte und Elke Bonczyk mit einem Präsentkorb bedacht. Dabei wurde in der Runde die lockere Art, mit der er Kinder und Jugendliche im Gegensatz zur Vorgängergeneration an das DSA herangeführt hat, besonders herausgehoben.

20 Jahre Sportabzeichen-Abnahme:  Christa Jürgens (TSV Lamstedt), Reinhard Joost (TSV Otterndorf), Christel Dahms und Anke Tiedemann (TuRa Hechthausen), Renate Stolter (TSV Odisheim), Hermann Popp (TSV Abbenseth), Ursel Poppe und Ingrid Protmann (VfL Wingst)

30 Jahre Sportabzeichen-Abnahme: Theo von Thun und Hartwig von Seth (KSC  Kehdingbruch), Marianne Söhle (TSV Neuenkirchen), Inge Lemke, Wolfgang  Mondry und Günther Müller (TSV Otterndorf), Egon Mohr (SC Hemmoor)

40 Jahre Sportabzeichen-Abnahme: Sigrid Dreyer und Horst Knoll (VfL Wingst)


Beauftragte beim KSB

Elke Bonczyk stellte sich als Beauftragte für den KSB Cuxhaven vor. Sie war vorher bereits ehrenamtlich bei der Abnahme tätig und wickelt jetzt die Organisation im Landkreis ab. Sie empfahl größeren Vereinen das sog. „Naumann-Programm", mit dem die entstehenden Daten komfortabel elektronisch verarbeitet werden können. Die Ergebnisse der Vereine seien gut geordnet, sie bedankte sich bei den Prüfern für die Mitarbeit. Die aktive Teilnahme komme allerdings nicht von selbst, man müsse dafür schon etwas tun. Die letzten Änderungen schätzte sie als gut ein, eine Fortbildung würde dazu noch in Wehdel angeboten.

Abschließend appellierte Horst Knoll an alle, bald mit den Trainingszeiten für das Sportabzeichen anzufangen.